Apfelernte in Franken hat begonnen - Gute Qualität - Menge deutlich unter Vorjahresniveau (02.09.2026)
Die Apfelernte in Franken hat begonnen. Die Erntetermine der verschiedenen Apfelsorten liegen auch in diesem Jahr erneut wieder sehr frühzeitig. Im Durchschnitt der letzten Jahre reifen Äpfel rund 2 Wochen früher als noch vor 30 Jahren. Im Zuge des Klimawandels treiben die Obstbäume frühzeitiger aus, und die hohen Sommertemperaturen beschleunigen die Reifeentwicklung zusätzlich. Die Pflücke von Frühäpfeln wie Piros, Discovery, Collina, Delbarestivale, u.a. läuft bereits seit Anfang August. Aktuell startet in diesen Tagen die Ernte der Herbst- und Lagersorten. Bei ‘Elstar‘, einer der Hauptsorten im hiesigen Anbau hat die Ernte bereits in der vergangenen Woche begonnen. In dieser Woche startet die Ernte der Sorte ‘Gala‘. Im weiteren Saisonverlauf folgen dann Sorten wie Rubinette, Boskoop, Wellant, Jonagold, Pinova, Topaz, Rubinella, Braeburn und andere. Ende Oktober/Anfang November wird die Ernte dann voraussichtlich abgeschlossen sein. Die derzeit kühlen Nachtemperaturen fördern jetzt eine schöne Ausfärbung der Früchte.
Beim Anbau von Tafeläpfeln erwarten wir 2026 eine um etwa 15 % geringere Erntemenge im Vergleich zum sehr ertragreichen Vorjahr, bei allerdings sehr schönen Fruchtqualitäten. Nachteilig für die diesjährige Erntemenge war zum einen die lang anhaltende Trockenheit während des Sommers. Dadurch mussten die Obstbauern ihre Bäume stärker von Hand ausdünnen, um gute Fruchtgrößen zu erhalten. Zusätzlich haben die vielen heißen Tage mit Temperaturen deutlich über 30 °C zu Ausfällen durch Sonnenbrand geführt.
Deutlich geringer als im Jahr 2025 dürfte auch die diesjährige Ernte im Streuobstanbau ausfallen. Hier kommen, neben der trockenen Witterung, zusätzlich Alternanzeffekte aus der großen Vorjahresernte hinzu.
Tafeläpfel werden in Franken auf einer Fläche von 580 ha angebaut. Der Schwerpunkt liegt in Unterfranken (385 ha). In Mittelfranken beträgt die Anbaufläche 99 ha, in Oberfranken 96 ha. Die diesjährige Erntemenge an Tafeläpfeln wird auf rund 140.000 dt geschätzt.
In den überwiegend direktvermarktenden Obstbaubetrieben der Region werden mehr als 50 verschiedene Apfelsorten erzeugt. Von eher süß über ausgewogen süßsäuerlich, bis hin zu mehr säurebetonten Noten gibt es hier eine große Auswahl an verschiedenen Geschmacksrichtungen. Weit oben in der Beliebtheitsskala liegt die Sorte Elstar. Weitere Sorten mit besonders ausgeprägtem Aroma sind Rubinette und Wellant.
Apfelsorten unterscheiden sich aber auch in ihrer Eignung für die häusliche Verarbeitung. So sind beispielsweise die Sorten Boskoop, Jonagold oder Elstar neben dem Frischverzehr, auch sehr gut zum Kuchen backen geeignet. Wer gerne Trockenobst bzw. Apfelchips oder Apfelringe selbst erzeugt ist beispielsweise mit der Sorte Topaz gut beraten. Optisch und geschmacklich sehr attraktiv sind getrocknete Apfelringe aus rotfleischigen Apfelsorten. Sie eignen sich auch sehr gut als Mitbringsel oder als essbare Dekoration zu verschiedensten Anlässen.
Hoffnung besteht in jüngster Zeit auch für Menschen, die zwar sehr gerne Äpfel mögen, diese aber aufgrund einer sogenannten Apfelallergie frisch nicht verzehren können. Hier sollte einmal die Sorte ‘Santana‘ nachgefragt werden. Diese wird nach bisherigen Erfahrungen vom genannten Personenkreis zumeist hervorragend vertragen.
Weitere Informationen über den fränkischen Obstbau sowie Einkaufsmöglichkeiten für fränkische Äpfel findet man auf der Internetseite der Fränkischen Obstbauern: https://fraenkische-obstbauern.de
